"Ein Apfel, der kein Apfel ist…"

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NEWSLETTER FÜR DIE 47. WOCHE

Liebe Kunden,

auch wenn er den Apfel im Namen trägt, gehört der Granatapfel doch zur Familie der Weiderichgewächse. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit kommt er gerne als Dekoelement zum Einsatz, aber immer mehr wahre Genießer wissen auch seine köstlichen Qualitäten zu schätzen. In den letzten Jahren wurde er sogar mit dem Titel „Superfood“ geehrt. Wie bei den meisten Dingen, lassen sich viele Konsumenten bei der Auswahl der Früchte vom äußeren Eindruck beeinflussen. Beim Granatapfel sind es besonders die prallen roten Früchte nach denen man greift. Doch gerade diese bildschönen Exemplare schmecken, was viele nicht wissen, meist sauer und beinhalten einen harten Stein, obwohl die dunkel rubinroten Fruchtstückchen anderes verheißen. Sie eignen sich also nicht so gut als Tafelobst, wohl aber zum Saften oder für diejenigen die das herb-saure Aroma bevorzugen.

Wenn Sie einen Tafelgranatapfel wünschen, der große süße Fruchtstückchen und einen zarten Kern besitzt, sollten Sie sich für optisch weniger attraktive Sorten wie den Mollar Roja entscheiden. Diese tollen Granatäpfel haben wir für Sie nun von einem nicht minder tollen Erzeuger im Sortiment. Vicent Borras aus der Provinz Valencia kultiviert eine besonders schmackhafte Variante für uns. Vicent war 35 Jahre Professor für Phytopathologie. Vor etwa 13 Jahren hat er die Ökolandbauschule „Cartaroja“ in Valencia mitbegründet. Seinen 24 Hektar umfassenden Betrieb „La Florentina“  hat er 1994 aus „Bio“ umgestellt. Etwa vier Hektar davon sind bewaldet. Die anderen 20 sind in unterschiedlich große Parzellen unterteilt, die jeweils mit einer 6 Meter breiten Hecke umfriedet sind. Diese wurden bereits seit den 1960ern gepflanzt und sind aus über 150 verschiedenen Pflanzenspezies des Mittelmeerraumes zusammengesetzt. Von Weitem meint man einen Wald vor Augen zu haben. Ein wunderbares Biotop in dem vier kleine Feuchtgebiete integriert sind. Durch den jahrzehntelangen Einsatz organischen Materials stehen Vicents Bäume in einem duftenden, lockeren Boden, was die ausgezeichnete geschmackliche Qualität seiner Produkte fördert. Hier arbeiten Menschen mit einer visionären Idee, die viel Wert auf Artenvielfalt und damit auf ein stabiles ökologisches Gleichgewicht legen. 

Wenn wir Sie für unsere Mollar Roja-Granatäpfel begeistern konnten, empfehlen wir Ihnen ganz besonders die Verwendung in knackigen Salaten mit Chicorée oder auch Feldsalat. Ein passendes Rezept dazu gibt es diese Woche übrigens auch auf unserer Facebook-Seite. Aber man kann ihn auch als reine Superfood essen: Die Kerne und der Saft sollen beispielsweise vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, Wechsel-jahresbeschwerden lindern und Prostatakrebs vorbeugen. Fest steht, dass in den Früchten jede Menge Antioxidantien stecken, welche als Helfer gegen zellschädigende Freie Radikale wirksam sind.

Noch ein Zubereitungstipp: Wenn Sie die Kerne aus dem Granatapfel befreien, achten Sie bitte darauf, die weißen Zwischenhäutchen nicht mitzuverzehren, diese sind bitter und beeinträchtigen den feinen Geschmack der Fruchtstückchen. 

Mit granatroten Grüßen

Ihr Thomas Wolff

PS: Diese Woche erhalten Sie auch unser Weihnachtsfleischangebot. Bitte denken Sie daran, dass wir Ihre Vorbestellungen bis zum 6.Dezember benötigen.

Liebe Kunden,

seit vielen Jahren ist Querbeet Partnerladen von Rapunzel. Viele unserer leckeren Rapunzel Trockenfrüchte und Nüsse stammen vom Rapunzel Anbauprojekt in der Türkei, Rapunzel Organic Tarim. Vor kurzem erreichte mich der diesjährige Erntebericht von Margit Epple, der Rapunzel Geschäftsführerin, welchen ich zusammengefasst diese Woche mit Ihnen teilen möchte. 

"Türkische Erntegrüße!"

Der Ursprung der Arbeit von Rapunzel in der Türkei geht bis auf das Jahr 1976 zurück. Nach 10 Jahren aufwändiger Pionierarbeit, konnten die ersten Früchte 1986 geerntet werden. Seit 1992 betreibt Rapunzel vor Ort eine eigene Produktionsstätte, deren Ziel es ist, 100% Bio-Qualität in direkter sozialer und partnerschaftlicher Verantwortung gegenüber den türkischen Bauern dauerhaft und kompromisslos sicherzustellen. Rund 500 Bio-Bauern erzeugen seitdem Nüsse und Früchte für Rapunzel.

Doch nun zur aktuellen Ernte, welche in diesem Jahr mit Ausnahme der Aprikosen gut ausfiel. Es gab ausreichend Sonne und Regen zur richtigen Zeit, was den Rapunzel-Bauern und uns gute Erntemengen und hohe Qualitäten bescherte. Bei den Aprikosen gab es allerdings Probleme: Frost und viel Regen zur Blütezeit verursachten in Ostanatolien Ernteausfälle von bis zu 70 Prozent. Für ein Kilo getrocknete Aprikosen waren noch mehr frische Früchte notwendig, bedingt durch den hohen Wassergehalt.

Faire Partnerschaften bedeuten für Rapunzel auch, dass sie die Bauern in solchen Fällen mit Ausgleichszahlungen und höheren Vorauszahlungen unterstützen, damit diese ihre Erntearbeiter bezahlen können. Insgesamt zahlte Rapunzel den Bauern im Durchschnitt doppelt so viel pro Kilo Aprikosen wie im Vorjahr. 

Bei den ersten getrockneten Feigen aus dem Tal von Aydin dürfen wir uns auf sehr schöne, große und helle Früchte freuen. Während der Trocknungsphase gab es glücklicherweise bisher keinen Regen. Auch hier sind die Einkaufspreise im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen. Die Erntemenge und die Qualität für Sultaninen und Rosinen ist ebenfalls sehr gut dieses Jahr. Die Beeren sind kleiner und sehr hell im Vergleich zur letzten Ernte. Auch Demeter-Sultaninen gibt es reichlich. 

Haselnüsse gibt es in 2019 mehr als letztes Jahr. Momentan liegen sie noch auf den Trocknungsflächen an der Schwarzmeerküste. Starke Regenfälle haben die Bauern vor kurzem überrascht, sodass die gründliche Trocknung besonders wichtig ist. Die Türkei produziert übrigens rund 70 Prozent der Haselnüsse weltweit! Deshalb greift die Regierung hier zur Preisregulierung ein. Dieses Jahr hat sie einen um 20 Prozent höheren Preis gegenüber 2018 festgesetzt. Die neue Haselnussernte wird daher auch im Verkaufspreis teurer.

Natürlich können Sie all diese herrlichen Rapunzel Türkei-Erzeugnisse bei uns im Onlineshop kaufen, aber wir möchten Sie auch auf eine besonders nachhaltige Einkaufsvariante bei uns an den Querbeet-Marktständen in Frankfurt, Bad Homburg und Friedrichsdorf aufmerksam machen: Aktuell bieten wir Ihnen hier Aprikosen, Feigen und Haselnüsse als lose Ware an! Also ganz ohne Verpackung, aber in gewohnt bester Qualität. Bringen Sie also gerne von zu Hause Ihre Transportbehältnisse mit, damit Sie die Früchte und Nüsse ganz verpackungsfrei genießen können.

 

Mit erntefrischen Grüßen

Ihr Thomas Wolff

07.11.2019

Liebe Kunden,

„sauer macht lustig, bitter macht fitter“ möchten wir diese Woche einmal titeln, denn wir richten unser Augenmerk auf die so genannten Bitterstoffe. Vielleicht nicht jedem von Ihnen ein Begriff, weshalb wir gerne ein wenig Aufklärungsarbeit leisten wollen. Denn Bitterstoffe sind durch und durch gesund, auch wenn sie nicht jedem gleich munden.

"Bitter macht fitter!"

Sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und werden von den Pflanzen gebildet, um mögliche Fressfeinde fern zu halten, für welche diese giftig sind. Für Menschen jedoch sind sie unbedenklich und ihr Verzehr ist durchaus empfehlenswert. Das hat viele Gründe. Bitterstoffe wirken sich zum Beispiel positiv auf den Stoffwechsel aus, stärken das Immunsystem, schützen vor Übergewicht und einer Übersäuerung des Körpers. „Was bitter im Mund, ist dem Magen gesund“, diese alte Redensart bringt es auf den Punkt. Eine weitere gute Nachricht für alle, die beim Essen auch auf ihre Figur achten: Bitterstoffe machen schlank! Denn zum Schutz des Körpers senden die Geschmacksrezeptoren bei der Aufnahme von bitteren Lebensmitteln Alarmsignale aus, die wie natürliche Appetitzügler wirken. Man ist also schneller satt, wenn man beispielsweise Obst und Gemüse isst, das Bitterstoffe enthält. Sie zählen auch zu den so genannten Fatburnern, weil mit ihrer Hilfe Körperfett schneller verbrannt wird.

Da der Trend immer mehr zu möglichst milden Sorten geht, wurden in den letzten Jahren im konventionellen Anbau die Bitterstoffe bewusst weggezüchtet. Traditionell herb schmeckende Sorten wie Artischocken, Radicchio, Rucola oder Chicoree haben viel von ihrem ursprünglichen bitteren Geschmack eingebüßt. Grundsätzlich gilt: je intensiver gedüngt und gewässert wird, umso geringer ist der Gehalt aller Inhaltsstoffe. Die Bitterstoffe verschwinden ebenfalls und mit ihnen Aroma, Vitamine und Spurenelemente. Gut zu wissen, dass dies bei Biosorten nicht der Fall ist. Denn Pestizide kommen bei uns in der ökologischen Landwirtschaft nicht zum Einsatz, weshalb die Pflanzen sich noch selbst gegen Fressfeinde verteidigen müssen und vermehrt Bitterstoffe entwickeln.

Auch wenn bitteres Obst und Gemüse für Sie nicht auf Platz 1 Ihrer Ernährungs-favoriten stehen, sollten sie dennoch ab und an Ihren Speiseplan mit ihnen anreichern. Zur Zeit können wir Ihnen hier unseren herrlichen Endiviensalat, Radicchio und Zuckerhut-Salat aus eigenem Steinfurther Anbau besonders empfehlen, aber auch folgende Sorten sind reich an Bitterstoffen: Auberginen, Brokkoli, Fenchel, Kohlrabi, Mangold, Rosenkohl und Spinat. Beim Obst sind es zum Beispiel alte Apfelsorten wie Boskop, Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen, insbesondere aber Limette und Grapefruit. Auch folgende Kräuter und Gewürze enthalten Bitterstoffe: Baldrian, Beifuss, Bockshornklee, Estragon, Ingwer, Kamille, Löwenzahn, Majoran, Oregano, Petersilie, Pfeffer, Pfefferminze und Rosmarin.

Mit bittersüßen Grüßen

Ihr Thomas Wolff

 
31.10.2019

Liebe Kunden,

die Fruchtbarkeit unserer Böden ist in biologisch geführten Landwirtschaftsbetrieben von zentraler Bedeutung. Eine unserer wichtigsten Aufgaben besteht darin, diese langfristig zu bewahren. Insbesondere vor dem erschreckenden Hintergrund, dass mindestens ein Viertel der globalen Böden durch zu intensive und einseitige Bewirtschaftung bereits geschädigt ist. Auch der voranschreitende Klimawandel hinterlässt seine zerstörenden Spuren.

"Humus, unsere Klimachance."

Humus kann hier eine sehr wichtige Rolle übernehmen, denn er segnet uns gleich in zweifacher Weise: er macht den Boden nachhaltig fruchtbarer und ist in der Lage, CO2 zu speichern. Über diesen biologischen Hoffnungsträger informiert jetzt der Film „HUMUS - Die vergessene Klimachance“, der am 1.November in Echzell-Bingenheim gezeigt wird. Da der Eintritt frei ist, lohnt sich der für einige von Ihnen vielleicht weitere Weg aus Frankfurt allemale.

Doch nun noch ein wenig Hintergrundwissen vorab: Nährstoffreiche Erde kann genug Kohlendioxid speichern, um dem Klimawandel zu trotzen. Neue Studien bestätigen: Nur ein Prozent mehr Humus auf den globalen Böden würde reichen, um den CO2-Gehalt auf ein weitgehend ungefährliches Maß zurückzuschrauben. Er macht den Boden fruchtbarer und artenreich, schützt ihn gegen Trockenperioden und Überflutungen, erneuert Grund- und Trinkwasser, sorgt für gesunde Pflanzen, Tiere, Menschen, regeneriert die kleinen Wasserkreisläufe und damit ganze Landschaften, drängt Versteppung und Verwüstung zurück, schafft Millionen sinnvoller Arbeitsstellen.

Wie lässt sich diese kostbare Humus in unseren Böden anreichern? Eine gute Humuswirtschaft zeichnet sich aus durch eine vielseitige Fruchtfolge, eine ausreichende Versorgung des Bodens mit organischem Material und einer sorgfältigen, schonenden Bodenbearbeitung zum optimalen Zeitpunkt. Wir können Humus aufbauen, indem wir Böden nicht mehr pflügen, sondern direkt einsäen und sie ständig mit Zwischenkulturen und Gründüngung bedecken.

Der Film zeigt unter anderem Beispiele von erfolgreichen Landwirtschaftstechniken in Amazonien, die große Flächen extrem humusreicher Böden hervorbrachten, welche bereits große Mengen CO2 binden. Die biologische Landwirtschaft kann sich diese Techniken in Zukunft zunutze machen und mithilfe von Humus nicht nur die Erträge unserer Böden sichern, sondern auch die Zukunft dieses Planeten in hoffnungsvolle Bahnen lenken. Den Trailer zum Film können Sie sich gerne anschauen unter:

www.humus-derfilm.at. Querbeet ist zwar nicht der Veranstalter, gern aber Einlader und zudem sind wir Leuchtturmbetrieb für die "Modellregion Ökolandbau Wetterau".

Nehmen Sie also die Gelegenheit wahr und kommen Sie zur Filmvorführung:


Fr. 1.November 2019, 19 Uhr

Sampo-Halle

Weidgasse 36

61209 Echzell-Bingenheim


Mit humusliebenden Grüßen


Ihr Thomas Wolff

24.10.2019