"Honig mit Charakter"

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NEWSLETTER FÜR DIE 07. WOCHE

 Liebe Kundinnen und Kunden, 

in dieser Woche möchten wir Ihnen erneut ein regionales Produkt vorstellen und im gleichen Zuge unser Augenmerk auf eines der ältesten Lebewesen überhaupt richten: die Biene. Wussten Sie, dass es Bienen seit vermutlich schon 100 Millionen Jahren auf der Erde gibt? Wie bedeutsam das Leben der Biene für den Menschen ist und was es mit der ökologischen Imkerei auf sich hat, dazu sprach ich mit Demeter-Imker Camille Hoffmann. Er betreut die Bienen von Hartmut Ernst aus Rosbach, dessen Honig wir Ihnen in unserem Sortiment anbieten. 

Ohne Bienen – kein Leben 

Bienen sind ein wichtiger Bestandteil unseres sensiblen Ökosystems und neben anderen Insekten unerlässlich zur Befruchtung vieler Wild- und Kulturpflanzen. Gibt es keine Bienen mehr auf der Welt, hat dies einen enormen Einfluss auf die Biodiversität der Pflanzen, auf die Mensch und Tier als Nahrungsquelle angewiesen sind. Letztlich brauchen wir Bienen für das eigene Überleben. Das Leben der Bienen ist bedroht, darum entwickeln Demeter-Imker eine bienengemäße Haltung, bei der nicht nur allein der Honig im Vordergrund steht, sondern vor allem das Wohlbefinden der Bienen, wie mir Imker Camille Hoffmann schildert. Aus Achtung vor dem Leben. 

Die „wesensgemäße Bienenpflege“ der Demeter-Imkerei erlaubt den Bienen, sich über den natürlichen Schwarmtrieb zu vermehren. Bienenköniginnen wachsen im Volk auf und werden nicht künstlich gezüchtet und manipuliert. Den Wabenbau errichten die Bienen selbst und bekommen keine vorgefertigten Wachsplatten aus Altwachs, was sich positiv auf die Gesundheit der Bienen auswirkt. Im Zusammenhang dazu steht, daß in der Landwirtschaft Chemikalien eingesetzt werden, die die Bienen auf ihrem Flug einsammeln und nach Hause tragen. Sowohl der Honig als auch das Bienenwachs kann somit Verunreinigungen durch Pestizide und Herbizide enthalten. Um die Belastung so gering wie möglich zu halten, wird das Wachs regelmäßig ausgetauscht, so, wie bei einem Hausputz. Unterstützend hierzu bevorzugt die Demeter-Imkerei als Standorte ausgewählte, biologisch bewirtschaftete Flächen und Flächen mit reichhaltiger Blütenvielfalt, denn letztlich ist unser Honig ein Spiegelbild der uns umgebenden Landschaft. 

Daß jeder von uns zum Leben der Biene beitragen kann, ist eine gute Nachricht! Säen Sie hierfür heimische Trachtpflanzen und verwandeln Sie Ihren Garten in eine blühende Landschaft, auch über den Sommer hinaus. Bepflanzen Sie Ihren Garten mit einem weitreichenden und vielfältigen Blühangebot ohne Einsatz von Herbiziden und Pestiziden. Kaufen Sie den Honig der Bio-Imker aus der Region und geben Sie Ihre Honiggläser nur ausgespült in den Glasmüll, denn gerade bei importiertem Honig können sich Faulbrutsporen in den Honigresten befinden, die die Bienen sammeln und den schädlichen Pilz somit ungewollt in ihr eigenes Nest tragen.

Je nach Jahreszeit sammeln Bienen Nektar von Frühlingswiesen, blühenden Rapsfeldern und Obstbäumen, was dem Aroma des Honigs einen feinen, eigenen Charakter verleiht. Unseren milden, vielfältig-schmackhaften, regionalen Demeter-Blütenhonig der Bienen von Hartmut Ernst aus Rosbach finden Sie in unserem Online Shop (Artikelnr.: 10874). Auch dieser Honig entspringt dem Nektar unterschiedlichster Blüten, denn wie so oft in der Natur, gilt auch hier: die Vielfalt macht das Gesunde aus. Probieren Sie gerne! 

Herzlichst 

Ihr Thomas Wolff 

Liebe Kundinnen und Kunden, 

finden Sie nicht auch, dass allein die Fragestellung „Ist Bio schlecht für‘s Klima?ldquo; bereits widersprüchlich ist? Doch manche Studien behaupten tatsächlich, der Bio-Landbau schade dem Klima. Der dahinter liegenden Argumentation ist Fachjournalist Leo Frühschütz nachgegangen und stellt fest, daß die Argumentation an entscheidenden Stellen hinkt! Was er dazu aufdeckt, wollen wir Ihnen nicht vorenthalten:

"Ist Bio schlecht für‘s Klima"

"Zahlreiche Studien vergleichen den Ausstoß klimaschädlicher Gase in der ökologischen und konventionellen Landwirtschaft. Dabei liegt Bio fast immer vorne: Bio-Bauern verzichten auf Pestizide und Kunstdünger. Dadurch entfällt der Energieaufwand für deren Produktion. Zudem düngen sie sparsamer, weswegen ihre Äcker weniger klimaschädliches Distickstoffoxid freisetzen. Positiv zu Buche schlägt auch, daß im Futter von Bio-Tieren kein Palmöl steckt und keine Sojabohnen aus Südamerika. Zunehmend wichtig: Bio-Landwirte bauen Humus auf und binden so Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Sie verwenden organische Dünger, die Kohlenstoff in den Boden bringen und den Lebewesen dort als Futter dienen. Auch die vielfältigen Fruchtfolgen fördern das Bodenleben. 

In konventionellen Betrieben sorgt Kunstdünger für gute Erträge, während Humus langsam abgebaut wird und der Boden Kohlendioxid in die Atmosphäre abgibt. Das bundeseigene Thünen-Institut errechnete in einer aktuellen Vergleichsstudie „eine kumulierte Klimaschutzleistung“ von 1,5 Millionen Tonnen an CO2, die der Ökolandbau in Deutschland jedes Jahr dem Klima erspart. Trotzdem kommen einzelne Studien zu dem Ergebnis: Bio ist schlecht für‘s Klima. Deren Argumentation: Im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft bringt Bio deutlich weniger Erträge. Bei 100% Bio bräuchte es also mehr Fläche, um die gleiche Menge an Lebensmitteln zu erzeugen. Wälder müssten gerodet und Grünland umbrochen werden. Das alles schade dem Klima. 

Industrielle Landwirtschaft zerstört Basis

Die Argumentation hakt an zwei Punkten: Die auf höchste Erträge getrimmte industrielle Landwirtschaft ist nicht nachhaltig. Sie zerstört mit dem Boden ihre eigene Basis. Sie trägt massiv zum Artensterben bei, belastet das Grundwasser mit Nitraten und die Lebensmittel mit Pestizidrückständen. Die Landwirtschaft in den Industrieländern muß sich also insgesamt ändern. In Entwicklungsländern hingegen lassen sich mit Ökolandbau die Erträge der Kleinbauern oft deutlich steigern. Außerdem gehen die Bio-ist-schlecht-Studien davon aus, daß sie Ernährungsgewohnheiten gleich bleiben. Doch auch diese sind nicht nachhaltig und müssen sich ändern. „Eine Reduktion unseres Fleischverbrauchs ist zwingende Voraussetzung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft“, schreibt der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft BÖLW. Unbestritten ist, daß es auch bei Bio-Betrieben noch Verbesserungspotential in punkto Klimaschutz gibt. Doch die Branche kann ihre Leistungen für den Klimaschutz offensiv und selbstbewußt kommunizieren. Bio ist besser."

Uns geht es im Anbau auf unseren Flächen am Pappelhof und Gemüsehof, als auch im Handel der zugekauften Bio-Lebensmittel unserer Kollegen stets um eines: um die möglichst nachhaltigste Form des Bio-Landbaus. So viel Klimaschutz wie möglich! 

Klimafreundliche Grüße aus der Wetterau 

Ihr Thomas Wolff 

06.02.2020

Liebe Kundinnen und Kunden,

während in dieser Woche in Berlin die „Grüne Woche“ zelebriert wird, auf der besondere kulinarische Länderspezialitäten von Herstellern und Vermarktern der Agrarindustrie aus ganz Deutschland präsentiert werden, stehen auch grundlegende Themen der grünen Landwirtschaft auf dem Programm. Eine der essentiellen Fragestellungen in einigen Diskussionsrunden lautet: 

Wie wollen wir Menschen uns weiterhin versorgen und ernähren?

 

„100% Bio weltweit – ohne wenn und aber“

 Dabei stellt sich die spannende Frage, ob der Biolandbau die ganze Welt ernähren kann? Diese Frage ist faktisch legitim, moralisch allerdings kritisch zu beleuchten, denn sie impliziert im Umkehrschluss, dass der konventionelle Landbau – im Gegensatz zum Bioanbau – die Welt ernähren könne. Tatsache ist, dass aktuell jeder neunte Mensch auf der Welt hungert. Die Ursachen für den Hunger auf unserer Erde sind sehr unterschiedlich: bekannte und leidvolle Auslöser wie Armut, Krieg, Flucht, Lagerverluste, Dürren sowie Klimaveränderung sind einige der Gründe, und nicht zuletzt ist es auch eine Frage der Kaufkraft, ob Zugang zu Lebensmitteln gewährt ist, oder nicht. 


Es stellt sich daher nicht vorrangig die Frage, ob Bio die Welt überhaupt ernähren kann, sondern, ob Bio die Welt langfristig ernähren kann. Zum einen wird die Weltbevölkerung wachsen, woraus ein steigender Bedarf an Nahrungsmitteln hervorgeht. Tatsache ist auch, dass zukünftig die nicht erneuerbaren Rohstoffe, wie fossile Energieträger zur Stickstoffsynthese oder Phosphate, die derzeit noch die Grundlage für die intensive konventionelle Wirtschaftsweise darstellen, immer knapper werden. Entgegen mancher Vermutung, ist die ökologische Agrarforschung in den Industrieländern - und so auch in Deutschland - ein Stiefkind der Forschungsförderung. Für Bernward Geier, ehemaliger Vorsitzender der Internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen IFOAM, ist dies ein Paradoxon, zumal schon jetzt der Bioanbau mit über drei Millionen zertifizierten Betrieben in 181 Ländern eine weltumfassende Realität darstellt. Er weist bildhaft darauf hin, dass Vision im lateinischen nicht Utopie oder gar Halluzination, sondern S e h e n heißt. Leider können an den entscheidenden Stellen immer noch zu wenige eine Welt mit ausschließlich biologischer Landwirtschaft sehen. Für die Ambition einer „100% Bio“-Vision bedarf es laut Geier einer Diversität an regional angepassten Strategien, viel Arbeit und vor allem Etappenzielen. 

Das wichtigste und unserer Meinung nach unabdingbare Etappenziel auf dem Weg zu mehr Bio ist ein weltweites Verbot von toxischen beziehungsweise chemisch-synthetischen Pestiziden. Zum Wohle von Mensch und Natur arbeiten wir daher ausschließlich mittels mechanischer Unkrautbeseitigung durch Hacken oder händisches Jäten unserer Äcker. Grundlage unseres Anbaus sind hierbei die Bioland-Erzeugerrichtlinien, die zusammen mit den Demeter-Erzeugerrichtlinien dem weltweit höchsten Standard im ökologischen Anbau entsprechen. 
 
Auch in Berlin sollten Antworten gefunden werden, welche die entscheidenden Weichen für 100% Bio stellen. Unser Nachbar Dänemark, Weltmeister im Biolebensmittel-Konsum, hat es bereits vorgemacht.  
 
Hundertprozentige Biogrüße –
 
Ihr Thomas Wolff.
23.01.2020

Liebe Kundinnen und Kunden

heute stellen wir Ihnen eine regionale Gemüsekultur mit besonderer Bedeutung und besonderem Nutzen vor: die Topinambur-Knolle. Diese wird von unserem Nachbarn, der Bioland-Rosenschule Ruf, für uns kultiviert. Der Anbau hat für Werner Ruf einen tieferen Hintergrund, denn die Topinambur-Knollen stammen vom einem Acker in Wölfersheim, den REWE mit einem Logistikzentrum überbauen und damit zerstören möchte. Wir berichteten über unsere Aktionen gegen den Bau des Logistikzentrums auf einem der fruchtbarsten Böden und damit wertvollsten Ressourcen bereits im letzten Jahr. 

Gesunde und widerstandsfähige Pflanzen braucht es im Bioanbau. 

Aktive und widerstandsfähige Menschen bewahren die Zukunft. 

" Rettet die Scholle für die KNOLLE!"

 Auch Sie können ein Zeichen setzen und, neben dem Verzehr von Topinambur, die Knolle in Ihren Garten pflanzen. Im kommenden Sommer können dann überall in der Wetterau blühende Topinambur von unserem Widerstand gegen den REWE-Bau zeugen. Pflanzen Sie hierfür die Knolle am besten im Zeitraum März bis September direkt in die Erde. Die Knollen wachsen bevorzugt in fruchtbarem Lehmboden wie in der Wetterau, aber auch auf magererem Boden gedeihen sie, bleiben jedoch kleiner. Man kann die Knollen in beliebige Blumenbeete oder Rabatte zwischen andere Pflanzen eingraben; sie breiten sich rasch aus, sind mehrjährig und winterhart. Auch wenn man die stark verzweigten Knollen erntet, bleiben Anteile davon gerne im Boden zurück. Ein komplettes Entfernen der Knollen ist oft schwierig und führt zu erneutem Wachstum. Auch Ihr Engagement wird damit sichtbar bleiben. 


Was ist die Herkunft der Topinambur-Knolle? Genannt wird sie Helianthus tuberosus, Erdartischocke oder Knollige Sonnenblume. Der verbreitete Name Topinambur findet seinen Ursprung darin, daß die ersten Pflanzen vom Indianerstamm der Topinambus in Nordamerika an französische Seeleute übergeben wurden. Topinambur ist nicht nur eine wohlschmeckende Knolle, die man roh im Salat oder auch als leckeres Gemüse zubereiten kann, sondern sie ist auch ausgesprochen gesund. Die Knolle enthält reichlich Kalzium, Eisen, Vitamin B1, B2 und Inulin. Inulin wird von Darmmikroorganismen abgebaut, wobei es zu einer Vermehrung von körpereigenen Bifido-Bakterien kommt, was zur Darmgesundheit beitragen soll. Im Darm selbst bindet Topinambur Gallensäure, Cholesterin, Triglyceride, Phospholipide und andere freie Fettsäuren und scheidet sie aus.
Diese Wirkstoffe stimulieren das Immunsystem und begünstigen eine natürliche Darmflora. Regelmäßig verzehrt, wirkt Topinambur somit vorbeugend gegen Darmerkrankungen. Pflanzen Sie gerne Topinambur oder nutzen Sie ihn in der Küche – so oder so eingesetzt, ist sie eine kräftigende und widerstandsfördernde Pflanze. 

Seitens der Bauernschaft erheben sich Stimmen auch zu global bäuerlichen Themen. Beigefügt ist zu Ihrer Information ein Aufruf für die am Samstag, den 18.01.2020 in Berlin stattfindende Demo, auf die wir Sie gerne aufmerksam machen möchten.

In diesem Sinne - beste Grüße aus der Wetterau

Ihr
Thomas Wolff
16.01.2020