"Pflanzenschutzmittel sind überall!"

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NEWSLETTER FÜR DIE 35. WOCHE

Liebe Kunden,

seit einiger Zeit geht das Thema Mikroplastik und dessen Nachweis im menschlichen Körper durch die Medien, aber was viele von uns nicht wissen ist die ebenso alarmierende Tatsache, dass fast alle Menschen auch Spuren von Pflanzenschutzmitteln in sich tragen. 

Niels Kohlschütter, Koordinator des Bündnisses für eine enkeltaugliche Landwirtschaft, erläuterte dies neulich in einem Ökolandbau-Newsletter. Immer häufiger müssen demnach Biobauern feststellen, dass ihre Produkte mit konventionellen Pestiziden belastet sind, selbst wenn ihre Flächen nicht an diese grenzen. Die Bürgerinitiative Landwende hat bereits im Jahr 2015 den Urin von über 2000 Menschen untersuchen lassen. Das Ergebnis: Bei 99,6 Prozent der Proben ließ sich das Pflanzenschutzmittel Glyphosat nachweisen! Darunter auch bei Menschen, die weit weg von landwirtschaftlichen Flächen lebten.

Im Jahr 2018 sollte ein unabhängiges Forschungsinstitut in einer weiteren Studie klären, ob sich Pestizide auch über die Luft verbreiten können. An 47 Standorten in Deutschland wurden dazu Proben von Baumrinde entnommen und auf über 500 verschiedene Pestizidwirkstoffe untersucht. Die äußere Baumrinde eignet sich ideal, für diesen Nachweis, da sich in ihrer großen Oberfläche sowohl gas- als auch partikelgebundene Substanzen anreichern. In den Rindenproben fanden sich über 100 Wirkstoffe. Platz eins und drei belegten die gasförmigen Wirkstoffe Pendimethalin und Prosulfcarb. Diese Unkrautvernichtungsmittel verdunsten leicht und verbreiten sich vermutlich über die Luft. Aber auch das feste Glyphosat ist unter den ersten fünf.

Letztes verbreitet sich vermutlich durch Bodenerosion. Rückstände haften zum Beispiel an Bodenpartikeln, die mit dem Wind fortgeweht und woanders wieder abgelagert werden. Noch leichter können sich flüchtige Spritzmittel verbreiten. Entweder sie driften bereits während des Spritzvorgangs als feines Spray ab und landen so auf dem Feld des Nachbarn oder die Pestizidwirkstoffe verdunsten erst nach dem Ausbringen und werden gasförmig mit dem Wind verteilt.

Was kann und soll man als Verbraucher vor dem Hintergrund dieser traurigen Fakten tun? Auf jeden Fall weiterhin durch Ihren Einkauf von Biolebensmittel die Nachfrage nach diesen erhöhen und somit auch die Bio-Anbauflächen weiter stetig ausbauen, damit möglichst keine weiteren Belastungen in die Umwelt kommen. Außerdem können Sie sich als Privatpersonen in Vereinen und Bürgerinitiativen, wie z.B. Landwende (www.landwende.de) engagieren und mit anderen Menschen in ihrem Umfeld ins Gespräch kommen. Übrigens führt Landwende dieses Jahr eine noch ausführlichere Studie durch, um dem Verdacht einer Verbreitung der Ackergifte durch die Luft weiter nachzugehen. Dazu werden neben Bäumen beispielsweise auch technische Luftfilter eingesetzt und durch Bienen gesammelte Pollen untersucht. 

Werden Sie bioaktiv und bleiben Sie biogesund!


Ihr Thomas Wolff

Liebe Kunden,

natürlich sind wir von Querbeet fest davon überzeugt, dass Bio-Lebensmittel gesünder sind. Und wir sind uns sicher, dass es Ihnen als unseren Kunden diesbezüglich nicht anders geht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR berichtete neulich über eine Studie, die dies, zumindest in Teilen, ganz klar bejaht. Dies wollen wir Ihnen nicht vorenthalten, weshalb wir hier die wichtigsten Ergebnisse kurz für Sie zusammengefasst haben.

"Bio is(s)t einfach besser!"

Die Studie wurden im Fachblatt „JAMA Internal Medicine“ 2018 veröffentlicht. Julia Baudry von der Universität Paris und ihre Team kommen darin zu dem Schluss, dass Personen, die reichlich Bio-Lebensmittel essen, über einen Zeitraum von knapp fünf Jahren ein um 25 Prozent geringeres Krebsrisiko haben als solche, die diese selten zu sich nehmen. Sie untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von 16 Nahrungsmittelgruppen aus ökologischer Landwirtschaft und dem Risiko für das Auftreten von Krebserkrankungen in einem Beobachtungszeitraum von 4,6 Jahren an französischen Erwachsenen. 

Zu den Stärken der Studie zählt die große Teilnehmerzahl (fast 70 000 Personen) und das Berücksichtigen verschiedener Einflüsse auf das Krebsrisiko wie Geschlecht, Einkommen, Berufswahl und Rauchverhalten. Ein nicht ganz unwesentlicher Aspekt bei diesen Ergebnissen ist natürlich die Tatsache, dass Menschen, die ökologische Lebensmitteln bevorzugen, auch sonst einen eher gesunden Lebensstil pflegen. Beispielsweise konsumieren sie grundsätzlich mehr Obst und Gemüse sowie weniger Fleisch und Soft-Drinks als Nicht-Biokäufer. Sie bewegen sich auch mehr und rauchen weniger. 

Die Forscher erklären das verminderte Krebsrisiko, wie könnte es auch anders sein, durch eine eingeschränkte Verwendung von Pestiziden, Herbiziden und/oder Fungiziden in der ökologischen Landwirtschaft und der somit verminderten Einnahme dieser schädlichen Stoffe. Diese Annahme wird durch Urinproben gestützt, in denen bei BioErnährten 89 % weniger Pestizidrückstände gefunden wurden, als bei konventionell ernährten Probanden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Anteil von Verpackungsstoff-Rückständen bei konventionellem Obst und Gemüse (zum Teil leider auch noch bei Bio-Obst- und Gemüse). Obgleich noch Forschungsbedarf zur Bestätigung des Befundes und dessen Ursachen besteht, stuft der BfR die Ergebnisse als wissenschaftlich nachvollziehbar ein und empfiehlt allgemein eine vielseitige, ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, um Krebs vorzubeugen. 

Dem können wir uns nur voll und ganz anschließen. Wir sind jedenfalls auch fest davon überzeugt, dass Bio einfach besser i(s)st und hoffen, dass Sie das genauso sehen.

Mit biogesundem Powergruß

Ihr Thomas Wolff

14.08.2019

Liebe Kunden,

in dieser Woche haben wir wieder eine Vorbestellaktion für das hervorragende regionale Geflügel vom Bioland Hof Helmut Schäfer. Ein echter Familienbetrieb, in den auch die beiden Söhne André und Pascal mit eingestiegen sind. Der Hof in Nordhessen (Alheim-Niedergude bei Bad Hersfeld) hat sich über Generationen von einem kleinen traditionellen Bauernhof zu einem modernen biologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieb entwickelt.

"Bio-Geflügelte Worte"

Schon in den 1960er Jahren hatten die Schäfers eine kleine Rinderherde. 40 Jahre später begannen sie mit der Geflügelhaltung. 2010 kam ein eigenes Schlachthaus mit EG-Zulassung hinzu, seit 2011 sind sie nach den strengen BIOLAND-Richtlinien zertifiziert. Bei den Schäfers kommt alles aus einer Hand: Vom Anbau der Futtermittel über die Tierhaltung im Freiland bis hin zur stressarmen Schlachtung im betriebseigenen Schlachthaus und der anschließenden Zerlegung und Verarbeitung des hochwertigen Geflügelfleisches. Also eine optimale bäuerliche Landwirtschaft mit eigener Wertschöpfungskette.

Das Tierwohl wird bei den Schäfers sehr groß geschrieben. Helmut Schäfer bringt es in einem Satz auf den Punkt: „Wir schätzen unsere Tiere sehr und ermöglichen ihnen ein artgerechtes Leben.“ Und das sieht konkret so aus, dass es nach vier Wochen aus der Kinderstube ab nach draußen geht, in Ställe mit viel Wiesenauslauf und einem eigenen Wintergarten. Die natürliche Haltung bietet den Hähnchen genügend Freiraum, Gelegenheit zu ausgiebigen Sandbädern und zum Scharren und Picken auf den grünen Wiesen. Einen natürlichen Schutz finden sie unter Bäumen, Sträuchern und Büschen. So können die Tiere entspannt ihrem Tageswerk nachgehen. Übrigens eine langsam wachsende Hähnchenrasse und nicht, wie in konventionellen Betrieben, Turbohühner, die nur auf schnelles, fleischansetzendes Wachstum gezüchtet werden.

Vom Bioland-Kollegen Hafermas aus Alheim-Heinebach - 3km vom Schäfer Hof entfernt - stammen die Puten, welche sich in den großzügigen Mobilställen austoben können. Durch regelmäßiges Verschieben und Umstellen haben sie immer frisches Grünzeug und jede Menge Freilauf zur Verfügung.

Vom Bioland Hof Schäfer haben wir zum Vorbestellen für Sie ganze Brathähnchen, Hähnchenflügel, Hähnchenbrust-Filet, Hähnchenschenkel, Steaks, Suppenhuhn, Putenbrust, Puten-Schnitzel, Ober- und Unterkeule, Putengulasch, Steaks und Putenrollbraten. Nutzen Sie also die Gelegenheit, dieses erstklassige Geflügelfleisch aus wirklich vorbildlicher regionaler Biohaltung zu genießen!

Apropos genießen: Wir möchten Sie noch einmal ganz herzlich darauf aufmerksam machen, dass Sie am Freitag, den 16. August in den Genuss einer exklusiven Querbeet-Veranstaltung in Steinfurth kommen können. Von 18 - 21.30 Uhr laden wie Sie ein zu einer „Spätsommerpromenade auf dem Gemüsehof“. Eine spannende Entdeckungstour über unseren Bioland-Betrieb, mit anschließendem Spaziergang zum Bio-Buffet in der Rosenschule Ruf. Bitte melden Sie sich zahlreich an unter: https://www.querbeet.de/Veranstaltungen/.

Mit biogeflügelten Grüßen

Ihr Thomas Wolff

 
08.08.2019

 Liebe Kunden,

heute möchten wir Sie auf ein Thema aufmerksam machen, das zur Zeit heftig in der Landwirtschaft diskutiert wird:die von der EU geforderten Nachbesserungen bei der Düngeverordnung. Denn betroffen sind davon auch wir Ökobetriebe. Und die neuen Forderungen machen auch uns Bioanbauern das Leben schwer.

"Das stinkt zum Himmel!"

Doch zunächst zum Hintergrund: Anlass für die Aufregung ist die Kritik der EU-Kommission an Deutschland, dass die 2017 novellierte Düngeverordnung nicht ausreiche, um den EU-Anforderungen beim Gewässerschutz gerecht zu werden. Die EU fordert daher von Deutschland zusätzliche Maßnahmen, um die Stickstoffverluste aus der Landwirtschaft zu senken, denn in vielen Gebieten sind die Nitratwerte im Grundwasser zu hoch. Für den Fall, dass Deutschland den Forderungen der EU nicht fristgerecht nachkommt, droht Brüssel nun mit einem zweiten Gerichtsverfahren und Strafgeldern von bis zu 858.000 Euro – und zwar pro Tag!

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) legte daher Ende Januar einen neuen Maßnahmenkatalog vor. Darin schlägt man vor, den Nährstoffvergleich und den damit verbundenen zulässigen Kontrollwert komplett abzuschaffen. Anstelle dessen solle es künftig eine Aufzeichnungspflicht der tatsächlich ausgebrachten Düngermengen geben, welche den errechneten Düngebedarf nicht überschreiten dürfe. Die EU bewertete die von Deutschland gemachten Vorschläge zwar als gut, aber immer noch nicht ausreichend. 

Der Interessenverband der Ökobranche BÖLW kritisiert, dass die Politik mit ihren Vorschlägen ausgerechnet die Landwirte mit zusätzlichen Auflagen strafen, die das Wasser bereits schützen, nämlich vor allem die Ökobetriebe. Die Nährstoffaus-waschung von Ökobetrieben liegt nachweislich um 28 Prozent unter der konventioneller Betriebe! Konkret kritisiert der BÖLW, dass Kompost und Festmist durch die schärfere Regulierung ungerechtfertigt benachteiligt würden, obwohl diese zur Humusbildung, und damit zur Nährstoffbindung im Boden beitragen. "Es läuft etwas falsch, wenn die Politik ausgerechnet die Bauern mit zusätzlichen Auflagen überziehen, die unser Wasser schützen", schrieb Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Anfang April in einer Pressemitteilung.

In einem gemeinsamen Eckpunktepapier mit Umwelt- und Naturschutzorganisationen, fordert er wir nun ein wirksames Maßnahmenpaket, das über das Düngerecht hinaus Abhilfe schafft. Der wichtigste Hebel zur Reduzierung von Stickstoffüberschüssen ist nach wie vor eine deutliche Verringerung der Tierbestände. Idealerweise dürfen auf einer Fläche nur so viele Tiere gehalten werden, wie Böden und Gewässer dies verkraften. So, wie dies im Ökolandbau seit eh und je Praxis ist.

Wir schließen uns den Forderungen des BÖLW voll und ganz an und sind gespannt, wie es nun weitergeht. Wir werden Sie auf jeden Fall, was dies betrifft, auf dem Laufenden halten. Schauen Sie am besten immer mal wieder auf unsere Facebook-Seite, wo wir aktuelle Themen wie diese gerne auch mit Ihnen diskutieren!

Mit biokorrekten Grüßen

Ihr Thomas Wolff

31.07.2019