"2018: Rückblickend nachhaltig."

NewsletterQ

NEWSLETTER FÜR DIE 51. WOCHE

Liebe Kundinnen und Kunden,

heute sitze ich hier und schreibe Ihnen zum letzten Mal in diesem Jahr, und es kommt mir so vor, als hätte ich erst vor ein paar Wochen den ersten Newsletter geschrieben. Rückblickend wirkt der Zeitenlauf schnell, dennoch ist einiges geschehen in diesem, unserem JuBIOläumsjahr:

Gleich zum Jahresstart konnten wir Ihnen die freudige Nachricht von der Übernahme des Bioland-Gemüsehofes in Steinfurth übermitteln. Was für Sie bedeutet, dass wir Ihnen noch mehr eigene und somit noch mehr regionale Obst- und Gemüseprodukte anbieten können. Auch zwei neue Marktstandorte übernahmen wir mit dem Gemüsehof, Bad Homburg und Friedrichsdorf. Sehr schöne Markttage mit vielen netten Kunden. Am 24.Mai hatten dann noch ein richtig tolles Marktjubiläum: Unser 30jähriges für unseren Marktstand in Frankfurt-Bockenheim!

Im Obst- und Gemüseanbau waren wir besonders aufgrund des Jahrhundert-sommers und der Trockenheit extrem gefordert, können allerdings rückblickend mit der Ernte angesichts der Umstände zufrieden sein. Auch durch unsere eigene Anbauerweiterung passte es wunderbar, neben der bereits existierenden Bioland-Zertifizierung, seit April auch das „Biosiegel Hessen“ zu tragen. Apropos Anbau, natürlich lassen sich diese vielen zusätzlichen Arbeitsfelder nicht im gewohnten Rahmen abwickeln, weshalb wir uns für unser Querbeet-Team einige neue Mitarbeiter zur Verstärkung hinzugeholt haben.

Kurz vor den Sommerferien startete dann unser neues Lieferservice-Angebot der „Querbeet-Feierabend-Tüte“ – ein innovatives Format, mit dem das tägliche „Was-koche-ich-heute-Grübeln“ ein Ende hat. Das Highlight des Jahres und uns allen eine große Freude war dann am 12. August unser JuBIOläumsfest hier auf dem Pappelhof. Mit über dreitausend Gästen erlebten wir mit Ihnen einen wunderschönen Tag und konnten in breiter Vielfalt präsentierten, wer Querbeet ist und wofür Querbeet steht. Mit Freude und Stolz im Herzen waren wir sehr gerne für Sie da. Jetzt steht Weihnachten vor der Tür, uns unserer Tradition verbunden, haben wir uns erneut für eine Weihnachts-Spende statt Geschenken entschieden. Die Wahl ist auf das Projekt „Save our Seeds“ der Zukunftsstiftung Landwirtschaft gefallen. Als Gentechnik-Gegner steht die Biobranche durch die Neuentwicklung der sogenannten „Gene Drives“ vor einer gigantischen Herausforderung. Wir unterstützen die Kampagne für ein Moratorium gegen die Freisetzung dieser Technologieprodukte. Mehr dazu unter: https://www.saveourseeds.org/gene-drive-moratorium.html

In diesem Sinne und im Namen von Frank Deltau sowie dem gesamten Querbeet-Team wünschen wir Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen fruchtbaren Jahreswechsel!

Ihr Thomas Wolff

Liebe Kundinnen und Kunden,

 

die Weltklimakonferenz in Polen startete mit einem eindringlichen Appell von UNO-Generalsekretär Guterres, der dazu aufrief, dringend auf allen Ebenen schnell zu handeln. Eine wichtige Ebene ist auch die Landwirtschaft. Warum Bio hier die Marschroute für alle vorgibt, wollen wir Ihnen dieser Woche anhand von einigen Beispielen erläutern. 

"Bio macht das Klima besser!"

Denn viele der Forderungen an die konventionellen Landwirte, setzen wir im Ökolandbau Tag für Tag von unserem Grundverständnis her um. Zu nennen wären zum Beispiel eine reduzierte Tierdichte, kein Einsatz von mineralischem Dünger, keine Fütterung mit klimaschädlichen Produkten aus Übersee, ein hoher Grünlandanteil und der Humusaufbau, den auch Querbeet intensiv auf dem Pappelhof und Gemüsehof betreibt. Alle Maßnahmen verringern den CO2-Gehalt und arbeiten somit effektiv dem Klimawandel entgegen. 

 

Der Aufbau von Humus auf Ackerböden stellt ein großes Potential zur Kohlendioxid-bindung im Boden dar. Viele Böden in Deutschland sind nicht ausreichend mit Humus versorgt. In der ökologischen Landwirtschaft fördern wir den Humusaufbau durch eine breite Fruchtfolge mit vielen unterschiedlichen Kulturarten, eine ganzjährige Bodenbedeckung durch Beikräuter und Zwischenfrüchte, die Gabe von organischem Dünger, insbesondere Kompost, sowie durch eine schonende und reduzierte Bodenbearbeitung. 

 

Neben den Klimaschutzeffekten fördert Humus auch die Wasserspeicherkapazität des Bodens und erhöht die Ertragspotentiale. So sind für uns intensiver Gemüsebau und langfristiger Humusaufbau im Boden kein Widerspruch. Gerade in Jahren wie diesem, wo die Wasserspeicherkapazität der Böden so extrem wichtig geworden ist, ist es für uns mehr denn je ein Gebot der Stunde. Eine konventionelle, sehr kleingliedrige Fruchtfolge, wie sie auch hier bei uns im Rhein-Main-Gebiet die Regel ist, schadet der Pflanzen- und Insektenwelt sowie der Förderung der positiven Klimaschutzeffekte.

 

Wenn wir unsere Artenvielfalt retten wollen, müssen wir also ebenfalls auf breiter Linie umdenken in der Landwirtschaft und die Förderung verschiedenster Biodiversitätsmaßnahmen muss politisch gewollt und auf den Weg gebracht werden. Denkbar wäre auch eine "Stickstoff-Steuer" für all diejenigen, welche weiterhin die gesundheits- und umweltschädigenden Stickstoffdüngemittel ausbringen.

 

Ökologischer Landbau ist unsere ökonomische und ökologische Zukunft, welche uns regional und weltweit viele Vorteile aufzeigt. Ein weiter so wie bisher geht nicht mehr. Wir hoffen sehr, dass auf der Weltklimakonferenz endlich die Weichen gestellt werden für global verbindliches ökologisches Handeln!

 

 

Mit klimaneutralen Grüßen aus der Wetterau 

 

Ihr Thomas Wolff

 
06.12.2018

Liebe Kundinnen und Kunden,

 

fast nahtlos können wir diese Woche an unseren letzten Newsletter anknüpfen und möchten Ihnen heute einen Biobetrieb vorstellen, welcher uns mit seiner sensationell tollen Tierhaltung sehr beeindruckt hat. Als wir den Naturland-Hof von Familie Hampel aus Schotten besichtigt haben, waren wir uns sofort einig, dass dieser Betrieb zu uns passt und es fasst ein Muss ist, Ihnen dessen hervorragende Produkte anzubieten.

"Natürlich kuhl, der Sonnenhof!"

Bereits seit 1999 bewirtschaftet die Familie Hampel den Sonnenhof in der Ortsrandlage von Schotten, im nahen Vogelsberg. Auf den Wiesen rund um den Betriebsstandort weiden weit verstreut fast ganzjährig ihre verschiedenen Rinderherden der Rasse Angus und Hereford. Beide Rassen bürgen für eine ausgesprochen hohe Fleischqualität, die in der Zartheit und feinen Marmorierung des Fleisches zum Ausdruck kommt. Neben den vielen Vorzügen dieser alten Rassen trägt auch die langsame Aufzucht und die rein natürliche Fütterung der Tiere mit dazu bei, dass die Qualität des Fleisches so ausgesprochen gut ist. Gefüttert wird hier überwiegend auf Grasbasis und ganz ohne Mastfuttermittel. Bei einer Rundfahrt über die weitläufigen Weiden konnten wir uns selbst ein Bild von der Ruhe, Schönheit und Gelassenheit machen, welche die Tiere innerhalb der einzelnen Herden ausstrahlen. Sie leben hier wirklich ein Leben wie im Rinderparadies!

 

Umgeweidet wird übrigens per Hand und Hund. Zwei erfahrene Hütehunde helfen mit, wenn die Rinder entweder von der einen auf die andere Weide müssen oder wenn es zum Schlachthaus gehen soll. Wobei Schlachthaus anonym und abschreckend klingt, was beides nicht zutrifft, denn auch dies geschieht vor Ort auf dem Sonnenhof, in ruhiger, vertrauter und respektvoller Atmosphäre. Ideale Bedingungen für die Tiere, ganz ohne weite Transporte. So ideal, dass man sogar als Gast durch die großen Fenster des Schlachtraumes von außen zuschauen kann, wenn man dies möchte. Das Fleisch der Tiere wird dann direkt im Schlachtraum zerlegt und verarbeitet. Unter den erfahrenen und kritischen Augen des Metzgermeisters und Sandra Hampel, werden die Fleischstücke anschließend verpackt. Fleischwaren vom Feinsten, Salami und Schinken, welche wir ab sofort für Sie in unser Sortiment aufgenommen haben.

 

Da immer nur ein Tier geschlachtet wird, geht das eine oder andere Stück aber auch mal aus. Je nach Nachfrage wird es in Zukunft Bestelltermine für das Sonnenhof-Fleisch geben. Aus dem heutigen Angebot können Sie bei uns bis Donnerstag 6. Dezember um 12 Uhr Ihre Bestellung aufgeben. Auslieferung ist dann im Rahmen Ihrer üblichen Liefertage in der KW 50 – ab Dienstag 11. Dezember.

 

Mit rebionalen Grüßen, auch im Fleischbereich

 

Herzlichst Ihr

Thomas Wolff

29.11.2018

Liebe Kundinnen und Kunden,

 

bestimmt kennen viele von Ihnen den EDEKA-Slogan „Wir lieben Lebensmittel“. Aber stimmt dies tatsächlich, darf und sollte man sich fragen, wenn man ebendort wahrlich sensible Lebensmittel wie Fleischprodukte zu wahren Spottpreisen angeboten bekommt? Wir möchten dieses Thema gerne passend zur Weihnachtszeit und den damit verbundenen Schlemmereien einmal kritisch für Sie beleuchten und Ihnen anschaulich machen, warum es sich ökologisch und ethisch, aber auch kulinarisch und gesundheitlich allemale lohnt, gerade beim Fleischkauf etwas tiefer in die Tasche zu greifen, als beim Discounter-Schweinesteak für 1,99 € (welches dann viele, mit Verlaub, auf den 1000 Euro Webergrill schmeißen.

"Wir lieben Lebewesen!"

Wenn Sie sich dafür entscheiden bei uns Ihr Weihnachtsfleisch zu bestellen, können Sie absolut sicher sein, dass alle Tiere, von Gans, Ente und Huhn über Schwein, Rind und Lamm bis zu Lachs und Forelle, vorbildlich, artgerecht und mit Respekt vor ihrem Recht als Lebewesen gehalten wurden. Unsere ökologischen Landwirte setzen sich in hohem Maße von den konventionellen und hier insbesondere von den Massentierbetrieben ab. Ökologische Landwirtschaft bedeutet für Bionutztiere nicht nur mehr Platz im Stall und Auslauf auf Frei- oder Grünflächen, sondern auch hochwertiges Raufutter aus Gras, Stroh und Heu, mit vielen wertvollen Mineralien, Vitaminen und Nährstoffe für ein gesundes Wachstum. 

 

Ein konventionelles Schwein hingegen ist eine wahrlich Arme Sau. Denn es muss sein traurigkurzes Dasein in engen Stallboxen ohne jeglichen Auslauf und oft auch ohne Tageslicht fristen und wird mit billigem, pestizidreichem Gen-Soja aus Südamerika gemästet, für dessen Anbau täglich riesige Regenwaldflächen gerodet werden. Damit es bis zu seiner Fahrt zum Schlachthof (was die Tiere dort konventionell erwartet, haben Sie vielleicht schon einmal im TV gesehen!) nicht vorzeitig schlapp macht, wird es vorbeugend noch schön mit Antibiotika versorgt. Und den anderen Tierkollegen geht es da nicht viel anders.

 

Natürlich sind auch Bio-Tiere nicht immun gegen Krankheiten, doch diese werden immer zuerst mit Homöopathie behandelt und erst im Notfall kommt ein Antibiotikum zum Einsatz. Selbst dann ist Biofleisch frei von Medikamenten-Rückständen, da die vorgeschriebenen Wartezeiten bis zur Schlachtung hier deutlich länger sind. 

Und dann ist da ja auch noch der Geschmack. Schon bei der Zubereitung sieht man die deutlichen Unterschiede, die feine Marmorierung des Fleisches und die feste Struktur, welche auf höchste Qualität schließen lassen. Natürlich schmeckt ein 10 Euro Steak ganz anders, als eines für 1,99, aber davon müssen wir Sie als treue Biofleischkunden gar nicht mehr überzeugen, hoffen wir doch!

 

Wenn Sie in den nächsten Tagen Ihre Weihnachtsfleisch-Bestellung bei uns aufgeben, dürfen Sie sich also mit gutem Gewissen auf ein festliches Weihnachtsmahl freuen.

 

Mit tierwohligen Grüßen 

Ihr Thomas Wolff

22.11.2018