"Alle reden vom Wetter – wir brauchen es!"

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Ostern Bestellfristen

NEWSLETTER FÜR DIE 17. WOCHE

Liebe Kundinnen und Kunden,

zugegeben, auch für uns privat waren es wettermäßig diesmal keine schönen Osterfeiertage, denn auch wir haben die Osternester lediglich bei Regen bzw. als Nachzügler sogar bei leichtem Schneefall am Ostermontag vorgefunden. Schon am Ostersamstag war die Stimmung auf dem Bauernmarkt an der Konstablerwache leicht getrübt, und spätestens beim einsetzenden Regen am Nachmittag waren die Kunden schnell vom Platz. Wir haben alle keinen Einfluss auf den Witterungsverlauf, aber, wie so oft, gibt es auch beim Wetter zwei Seiten.

Sehr erfreulich sind die Regengaben für die Natur und alle Pflanzen. Es gibt Meldungen, wonach wir das trockenste Frühjahr seit 60 Jahren verzeichnen. Bereits in den Wintermonaten gab es nur knapp ein Drittel der sonst üblichen Niederschläge. Gerade jetzt in den Frühjahrsmonaten wurden großflächig viele Aussaaten wie Rüben und Mais getätigt, welche zum Keimen dringend Wasser benötigen.

 

Die Wasserexperten schauen mit Sorge auf die Grundwasserstände, welche auf ein sehr niedriges Niveau gefallen sind. Selbst in der Rhön sind einzelne Grundwasserstände sechs Meter niedriger als üblich. Es ist zwar noch einen Moment hin, dennoch überlegen die dortigen Wasserversorger schon, ob sie im Sommer ihren Kunden das Befüllen ihrer Swimmingpools verwehren sollten.

 

Auch für den Wald sieht es nicht gut aus, und die Forstwirtschaft bangt um die Neuanpflanzungen. Alte, stattliche Bäume wurzeln tief, die jungen Bäumchen kommen mit ihren Wurzeln noch nicht an tiefere Schichten. Rechtzeitig vor Ostern wurde vor Waldbrandgefahr gewarnt. Bei der kühlen Witterung hatte sich dies aufgrund fehlender Ausflügler dann allerdings erledigt. 

Bei uns auf dem Pappelhof oder in der Steinfurther Bioland Gärtnerei schaut es zwar nicht dramatisch, aber dennoch anders als gewöhnlich aus: Viele Äcker mussten entweder vor der Bodenbearbeitung, vor der Aussaat oder gar vor der Ernte bewässert werden. Wäre zum Beispiel in der letzten Woche vor der Ernte das Radieschen-Beet nicht bewässert worden, wären die roten Knöllchen im Boden geblieben und vom Laub abgerissen. Da viele Äcker durstig waren, aber nur beschränkt Bewässerungsrohre und Bewässerungswagen vorhanden sind, wurde teilweise bis in die Nacht das Wasser angestellt. Dies verursacht zusätzliche Arbeits- und Wasserkosten, welche normalerweise zu dieser Jahreszeit nicht anfallen.

In Anbetracht dieser sich jährlich ändernden, neuen Herausforderungen, sind wir froh, Ihnen so schönes Frühjahrsgemüse wie unseren Grünspargel, die Kräuter und die ersten Salate anbieten zu können. Zudem hoffen wir, dass die angesagten Frostnächte der nächsten Tage unsere schöne Obstblüte nicht schädigen. Wir halten Sie auf dem Laufenden und schicken

 

Beste Frühlingsgrüße aus der Wetterau

 

Ihr Thomas Wolff.

Liebe Kundinnen und Kunden,

 

„Lasst Blumen sprechen“, dieser Aufforderung kommt unsere Pflanzenwelt tatsächlich nach, denn es gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass unsere grünen Freunde tüchtig miteinander kommunizieren. So untersuchte man an der Universität Jena die „Sprachkenntnisse“ der Limabohne. Diese benutzt über hundert so genannte „Duftstoffvokabeln“, um Nachbarspflanzen nach einem Schädlingsangriff zu warnen.

"Kennen Sie das Wood Wide Web"

Noch erstaunlicher ist, dass die Bohne auch eine Duftstoffmischung produziert, um Nützlinge anzulocken. Sie erkennt den Speichel des Schädlings und lockt dann gezielt den passenden Nützling an, der ihr dann rettend zur Hilfe kommt. Alle Pflanzen kommunizieren auf diese Weise. Bis heute konnten bei 900 Pflanzenfamilien rund 2000 Duftstoffvokabeln identifiziert werden. Dabei scheint es eine pflanzliche Grundsprache zu geben, dazu kommen unzählige „Dialekte“. Bestimmt können hessische Gewächse auch prima babbeln.

 

Auch unterirdisch stehen die Pflanzen im Dialog miteinander. So sind in einem Wald alle Bäume durch ein unterirdisches Mykorrhiza-Netz miteinander verbunden. Unter  Wissenschaftlern bezeichnenderweise als „Wood Wide Web“ bekannt. Ein Netzwerk aus Pflanzenwurzeln und Pilzfäden, von dem beide profitieren: Die Pilzfäden führen den Pflanzen Wasser und Nährstoffe zu. Die Pflanzen beliefern ihre Helfer mit Kohlehydraten, wie Zucker. Aber auch Informationen werden ausgetauscht, ganz so, wie im menschlichen www. So warnt man sich netterweise gegenseitig vor Gefahren. 

 

Das Pflanzen sich sogar erinnern können und aus Erfahrungen lernen, bewies man in einem Versuch am Boyce Institute in Ithaca (USA). Hier wurden Tomatenpflanzen im Gewächshaus über mehrere Generationen in Abwesenheit von Fraßfeinden kultiviert. Dann setzten die Forscher Raupen ein, welche sich natürlich sofort gierig über die Pflanzen hermachten. Die Tomaten begannen sich langsam zu wehren und bildeten Toxine. Bei späteren Angriffen konnten sie diese Abwehrmechanismen schneller einsetzten und sie vererbten dieses Wissen an die nächste Generation.

 

Konventionelle Kulturpflanzen wachsen heute durch massiven Einsatz von Insektiziden fast gänzlich ohne Fraßfeinde auf. Sie verfügen also nicht über die Fähigkeiten, welche Pflanzen normalerweise zur Verfügung stehen. Aber man kann es ihnen wieder beibringen, indem man Elternpflanzen bei der Saatgutherstellung verschiedenen Fraßfeinden und Krankheitserregern aussetzt. Sie trainieren so die pflanzeneigenen Selbstverteidigungsmechanismen wieder an und könnten dieses Wissen an ihre Nachkommen weitervererben. Eine Strategie, die in der biologischen Saatgutzüchtung schon erfolgreich praktiziert wird!

 

Von diesem interessanten Exkurs in die pflanzliche Sprachforschung zu einem kulinarisch interessanten Tipp für alle Biogourmets: Ab sofort haben wir ausreichend GRÜNSPARGEL vom PAPPELHOF für Sie im Angebot. Die Saison ist eröffnet und alle Spargelliebhaber dürfen sich jetzt beherzt an diesem leckeren, gesunden und kalorienarmen Gemüse erfreuen. Da Suppen jahreszeitbedingt keine Hochsaison mehr haben, gehen wir mit unseren frischen Querbeet-Suppen bis September in die Sommerpause!

 

Mit spargeligem Pflanzengruß

 

Ihr Thomas Wolff

13.04.2017

Liebe Kundinnen und Kunden,

 

wer jetzt zu einem schönen Frühlingsspaziergang in den Wald aufbricht, dem strömt mancherorts ein ganz besonderer Duft entgegen. Erinnerungen werden wach an ein gutes Essen mit einer gehörigen Portion Knoblauch. Und man liegt ja auch nicht so ganz falsch, denn was da so starkwürzig duftet (und für den einen oder anderen auch stinkt), ist nichts geringeres als der heimische Bärlauch. Dieser gehört zur Gattung Allium und ist somit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und natürlich Knoblauch.

"Ein Hauch von Bärlauch…"

Wunderschön sieht er auch aus, wenn er erst mal in voller, herrlich anzuschauender weißer Blüte seine Teppiche ausbreitet. Zum Beispiel großflächig zu bestaunen im Bad Vilbeler Wald. Zuhause ist er fast überall in Europa, bevorzugt aber im Süden. Er wächst am liebsten in schattigen, feuchten und humusreichen Auwäldern und Laubwäldern, in Schluchten, unter Sträuchern oder an Bächen. Auch wenn er nicht direkt unter Naturschutz steht, sollte man die Wildkräuter dennoch im Wald stehen lassen und lieber auf solche aus kontrolliert biologischem Anbau zurückgreifen. Sie bekommen ihn zur Zeit frisch bei uns im Sortiment, in bester Bioland Qualität. 

 

Dieses tolle Kraut hat nur eine kurze Saison von Mitte März bis Mitte Mai, in welcher die Blätter geerntet werden. Es gibt viele Möglichkeiten, frische Bärlauchblätter zuzubereiten: Als Suppe, pur oder gemeinsam mit anderen Wildkräutern oder in Gemüse- und Kartoffelsuppen. Im Salat, fein geschnitten zu Gemüse-, Nudel- oder Blattsalaten. Als Gewürz in Kräuterquark, Kräuterbutter und allen Gerichten, zu denen auch Knoblauch passt. Oder natürlich als köstliches Bärlauch-Pesto zu frischer Pasta – ein Gedicht!

 

Für alle, die lieber auf fertige Bärlauchprodukte zurückgreifen, haben wir eine gute Nachricht: Bei Querbeet bekommen Sie sowohl saisonal als auch das ganze Jahr über viele Bärlauchschmankerl, wie z.B. aktuell 4 x in unserer Käsetheke: einen „Brie mit Bärlauch“, einen schönen Gouda mit Bärlauch, einen Cambera mit Bärlauch und einen Bärlauchkäse von den Sulzberger Käserebellen. Desweiteren natürlich fertiges Bärlauch-Pesto oder die leckeren Ziegen Bärlauch Pesto-Töpfchen aus dem Voralpenland. Für die schnelle Küche empfehlen wir Ihnen auch unsere frischen Bärlauch-Nockerl, ebenfalls von BioVerde. Einfach kurz in der Pfanne in Butter schwenken, dazu ein Klecks Bärlauch-Pesto, und fertig ist der Genuss!

 

Die passenden Rezepte für die eigene Zubereitung finden Sie ebenfalls bei uns. Zu Ostern passend gibt es dort eine feine Bärlauch-Lasagne mit Bohnenkeimlingen und Hähnchenbruststreifen zu entdecken oder ein Bärlauchrisotto mit Shiitakepilzen.

Es dürfte für jeden etwas dabei sein. Schauen Sie einfach mal vorbei in unserem Shop und bei unseren Rezepten.

 

Einen tollen Bärlauchfrühling wünscht Ihnen

 

Ihr Thomas Wolff

 

06.04.2017

Äpfel kann man bekanntlich nicht mit Birnen vergleichen. Schon alleine deshalb, weil letztere nicht ganz so einfach im Anbau sind. Die Tafelbirnenproduktion ist obstbautechnisch schwieriger als die Tafelapfelproduktion.

„Darum in die Ferne schweifen…“

Diese müssen zum Beispiel getrennt von Äpfeln und bei ca. +0°C gelagert werden. Da Birnenlager bei uns in Deutschland noch nicht sehr verbreitet sind, musste der konventionelle Handel schon seit Anfang des Jahres Übersee-Früchte anbieten, ein großer Teil des Bio-Handels zog vor einigen Wochen nach. Bei Querbeet legen wir Wert darauf, dass Obst & Gemüse so lange wie möglich aus unseren Breitengraden stammen. Bei den Birnen ist uns dies immerhin bis jetzt gelungen. Nun aber müssen auch wir auf BioBirnen aus der Ferne zurückgreifen.

 

In Deutschland gibt es nur wenige professionelle BioBirnen-Lager. Etwas besser aufgestellt sind die Bio-Kollegen aus NL oder Belgien. Die Ernte konnte bislang immer relativ schnell verkauft werden, da es nicht so viele BioBirnen-Erzeuger gibt - langes Lagern war also nicht nötig. Da die Nachfrage nach BioBirnen in Deutschland aber stetig wächst, werden inzwischen auch hierzulande neue BioBirnen-(Gemeinschafts-)Lager gebaut. Dennoch wird es auch in den nächsten Jahre ab Februar wahrscheinlich Engpässen geben, weshalb Importbirnen dann doch wieder die einzige Alternative sind. 

 

Unser aktuellen stammen aus dem argentinischen Norden Patagoniens. Die feinen Williams-Birnen baut die Familie Garrido für uns an. Der Kernobstanbau hat in Argentinien auf Grund der klimatischen Bedingungen eine lange Tradition. Familie Garrido gehört seit 1970 zu einer Erzeugergemeinschaft, welche schon seit 1999 eine Bio-Zertifizierung für Birnen und Äpfel hat. Doppelreihen von Pappeln bieten den Feldern optimalen Windschutz. Eine schöne Verbindung zum Pappelhof : ) Die Bewässerung der Plantage erfolgt primär durch den Fluss Rio Negro. Dieser versorgt die gesamte Provinz mit reinem, aus den Gletschern der Hochanden stammendem Wasser.

 

Die ersten Kulturbirnen kamen vor etwa 4.000 Jahren aus Persien ins Europa des Altertums und spielten bereits auf antiken Märkten eine wichtige Rolle. Im 18. und 19. Jahrhundert erlebte die Kultivierung und Züchtung von Birnen in Mitteleuropa eine Blüte, es wurden damals etwa 2.500 Birnensorten beschrieben! 

Die meisten der  angebauten Birnensorten haben ihre Ursprünge in dieser Epoche. Die zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) zählende Birne hat, verglichen mit Äpfeln, höhere Standortansprüche und wegen der etwas früheren Blüte eine größere Frostempfindlichkeit.

 

Wir freuen uns, wenn wir Ihnen dann ab Herbst wieder heimische, regionale und unter der hoffentlich großzügig scheinenden Sonne gereifte, deutsche Birnen anbieten können. Bis dahin, lassen Sie sich unsere argentinischen Kollegen schmecken, die ebenfalls ausgezeichnet im Geschmack sind.

 

 

Mit birnigem Gruße

 

Ihr Thomas Wolff

30.03.2017