"Wer bitte ist die Rote Emmalie"

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NEWSLETTER FÜR DIE 07. WOCHE

Liebe Kundinnen und Kunden,

glücklicherweise ist unser Kartoffellager auf dem Pappelhof so voll, dass wir Sie bis ins späte Frühjahr mit der guten Ernte des Vorjahres versorgen können. Aber auch hier ist kein Jahr wie das andere und in diesem haben wir es mit besonders großkalibrigen Knollen zu tun. Die dickeren Kaliber sind gut zu schälen, allerdings nicht bei jedem beliebt. Was tun? Wir sortieren aus, wo es geht und hoffen auf Ihr Verständnis, dass es in dieser Saison leider nicht so viele kleinere Kartoffeln gibt. In Geschmack und Qualität sind sie aber, wie gewohnt, sehr gut.
 

Relativ neu dabei ist die Sorte ROTE EMMALIE. Eine Liebhabersorte mit rotem Fruchtfleisch. Ihre Form ist eher länglich, mit schöner glatten Schale und vom Kochtyp vorwiegend festkochend. Eine reine Biosorte, die vom Kartoffelexperten Karsten Ellenberg in Norddeutschland gezüchtet wurde. Inzwischen vermehren wir sie hier auf dem Pappelhof selbst weiter und haben sie im letzten Jahr in größerem Umfang angebaut. 

 

Als weitere Liebhabersorte weisen wir gern auf die ST. GALLER hin. Ebenfalls aus eigenem Pappelhof-Anbau und auch ein exotisches Exemplar: mit dunkelblauer Schale und blau-violettem Fruchtfleisch! Sie ist von der Fruchtform eher rund-oval und ebenfalls vorwiegend festkochend. Beide Sorten eignen sich bestens für dekorative Chips, Pommes, Salzkartoffeln oder Püree. Und beide Sorten bieten wir Ihnen aktuell zum Schnupperpreis an.

 

Aber was hat es eigentlich mit dem farbigen Kartoffelfleisch auf sich? Gerade solche Kartoffelsorten sind nicht nur optisch eine Augenweide, sie sind auch besonders gesund. Verantwortlich für die rote und blaue Färbung sind die sogenannten Anthocyane. Natürliche Farbpigmente, die eine Färbung von Obst oder Gemüse bewirken. Diese schützen die Pflanzen vor gefährlichen Stoffen, den freien Radikalen. Da solche Stoffe auch den menschlichen Körper angreifen, wirkt sich der Verzehr von blau- und rotfleischigen Kartoffeln positiv auf die menschliche Gesundheit aus und beugt Erkrankungen vor, welche durch freie Radikale hervorgerufen werden (Krebs, Herz-Kreislauf-Probleme..). 

 

Der Gehalt an Pigmenten ist sortenabhängig, also genetisch festgelegt. Umso intensiver die Färbung, umso höher der Anthocyangehalt der Knolle. Farbige Kartoffeln bilden also eine sinnvolle und natürliche Nahrungsergänzung. In diesem Sinne: Nur Mut zur Farbe, auch bei Kartoffeln! Ihre Gesundheit dankt es Ihnen.

 

Mit herzlichen Kartoffel-Liebhabergrüßen,

Ihr Thomas Wolff.

Liebe Kundinnen und Kunden,

 

immer häufiger berichten inzwischen auch die Medien darüber, dass die Pflanzen- und Artenvielfalt auf unseren Äckern und in den Gärten zunehmend bedroht ist. Verbraucher- und Umweltorganisationen mahnen diesen bedauerlichen Zustand regelmäßig an. Die zehn größten Saatgutunternehmen bestimmen weltweit fast 75 Prozent des gesamten Saatgutmarktes. Hybridzüchtungen, also Pflanzen, die sich nicht vermehren lassen, bringen kurzfristig hohe Erträge, aber langfristig Abhängigkeit von den Saatgutfirmen. 

"Säen Sie jetzt ein Zeichen!"

Als Ottonormalverbraucher glaubt man sich meist machtlos, aber wir haben eine gute Nachricht für Sie: Auch im kleinsten Garten können Sie die biologische Vielfalt wieder wachsen lassen! Denn wer robuste standortangepasste und vermehrungsfähige Bio-Pflanzensorten anbaut, leistet zwar einen kleinen, aber dennoch wichtigen Beitrag in die richtige Richtung. Belohnt wird Ihr Einsatz mit dem gutem Geschmack der geernteten Früchte sowie krankheits- und schädlingstoleranten Pflanzen. Wer das Saatgut alter Kulturpflanzen bestellt, beteiligt sich aktiv an der Erhaltung der genetischen Vielfalt, und das direkt vor der eigenen Haustür. 

 

Die Bingenheimer Saatgut AG ist hier die erste Adresse, und seit vielen Jahren haben wir eine feine Auswahl von dort für Sie im Angebot. Um neue Sorten speziell für den Ökolandbau zu züchten, gründete eine Gruppe engagierter Demeter-Gärtner und -Gärtnerinnen 1994 den Verein Kultursaat. Schon in den 80er Jahren hatten sie erkannt, dass die Saatgutproblematik zu einer Schlüsselfrage des Ökolandbaus werden würde. Daher suchten sie nach neuen Wegen und begannen damit, Saatgut von samenfesten Sorten aus biologischer und biologisch-dynamischer Vermehrung zu erzeugen. 2001 kam die Bingenheimer Saatgut AG hinzu. Über 420 Sorten werden inzwischen dort kultiviert und 80 Gärtnereien gehören ihr an.

 

Im Jahr 2015 wurde ihr vorbildlicher Einsatz von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gewürdigt: Sie erhielten den Bundespreis für Ökologischen Landbau, der dieses Jahr übrigens an den Ihnen bestimmt auch bekannten Dottenfelder Hof in Bad Vilbel ging. 

 

Wir möchten Sie an dieser Stelle also tüchtig dazu ermutigen, mit dem Bingenheimer Saatgut ein ökologisches Zeichen zu säen! Auch möchten wir Sie gerne schon jetzt dazu einladen, einen Teil der Bingenheimer Saatgutversuche bei uns auf dem Pappelhof hautnah zu besichtigen. Dazu haben Sie beim diesjährigen Hoffest am Sonntag 12. August die Gelegenheit, denn die Bingenheimer haben schon seit langem einen Versuchsgarten auf einer unserer Flächen.

 

Mit saatgutfesten Grüßen

 

Ihr Thomas Wolff

08.02.2018

 Liebe Kundinnen und Kunden,

 
wie wir schon letztes Jahr freudig berichten konnten, beziehen wir einen Großteil unserer tollen Bio-Südfrüchte direkt von unseren südeuropäischen Partnerbetrieben. Einige konnten wir auch persönlich besuchen. In den folgenden Kurzporträts geben wir Ihnen gerne einen kleinen Überblick:

"Sonnige Grüße von unseren BioSüdDirekt-Erzeugern!"

Baltasar Viudez erzeugt seit mehr als 20 Jahren im spanischen Cuevas del Almanzora Bio-Melonen, Salate, und Kürbis. Der Betrieb ist seit 3 Jahren Naturland zertifiziert. Er produziert (Eis)Salat, Fenchel, Artischocken, Zwiebeln, Kohlrabi, Lauch, Tomaten, Paprika, Auberginen, Zucchini, verschiedene  Kürbisse; Orangen, Clementinen und Zitronen. Auf den Äckern werden kleine Hügelreihen angelegt, damit das Wasser bei den seltenen, aber dann häufig heftigen Regenfällen ablaufen kann.

 
Campojoyma wurde vor 10 Jahren von der Familie Montoya gegründet. Das Anbaugebiet befindet sich in der Gegend von Campohermoso. Insgesamt haben sich 30 Erzeuger mit ca. 120 ha dem Betrieb angeschlossen, ein Großteil von ihnen gehört zur Familie Montoya. Zu ihren Hauptprodukten zählen die für die Region typischen Fruchtgemüse wie rote und grüne Paprika, süße Paprika Ramiro, Auberginen, Gurken und Zucchini. Zudem wird Chinakohl angebaut. Das Grundwasser ist hier sehr salzig, was sich positiv auf den Geschmack, aber negativ auf die Erntemenge auswirkt.
 
Finca El Bellicar bedeutet „Der Hahn“. Vor etwa 10 Jahren begann Juan Canton mit Bioanbau und seit 2 Jahren arbeitet sein 90 Hektar großer Betrieb nach Demeter Richtlinien. Das Tal liegt in 500 m Höhe mit Blick auf die Sierra Nevada, aus welcher das Wasser der Schneeschmelze herunterkommt und in einer Zisterne aufgefangen wird. Auf der Finca werden Mandeln, Oliven und Trauben  und seit etwa 15 Jahren auch Gemüse und Melonen angebaut. Außerdem wachsen hier Artischocken, Bohnen, Paprika, Auberginen und Chilli. Zukünftig sollen auch Granatäpfel angeboten werden.
 
Von den beiden folgenden beziehen wir zwar nicht auf dem direkten Weg Erzeugnisse, dennoch konnte ich sie bei einem Erzeugerbesuch kennenlernen:
 
Lindo Mondo ist seit 2004 eine Agrar-Genossenschaft mit 150 ha biologisch zertifizierte Landfläche im wichtigsten Zitronenanbaugebiet Spaniens (Santomera). Das größte Problem dieser Region ist das Wasser, das über ein Aquädukt in die Gegend geleitet und nach Kontingenten verteilt wird. Die Plantagen werden 5-6 mal im Jahr geflutet oder mit Tropfbewässerung versorgt. Da Zitronen mehr Dürre aushalten, bauen sie mehr Zitronen als Orangen an.
 
Parra Jiménez in Las Mesas ist ein großer Familienbetrieb, welcher 2 Millionen Liter Wein (La Mancha) Demeter zertifiziert produziert. Zusätzlich werden hier auch Knoblauch und Manchego-Käse hergestellt. Seit 13 Jahren wird biologisch angebaut Las Mesas liegt in La Mancha, der Heimat des Don Quichote.  
 
Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir unsere Erzeuger nicht nur persönlich kennen, sondern sie auch direkt unterstützen können. Im Gegenzug beliefern sie uns direkt mit ihren ausgezeichneten und unvergleichlich frischen Südfrüchten und Gemüse. Und während der Newsletter Form und Gestalt annimmt, scheint heute auch bei uns nach sooo langer Zeit mal wieder die Sonne!!!
 
Mit endlich wieder sonnigem Gruß also
 
Ihr Thomas Wolff
01.02.2018

Liebe Kundinnen und Kunden,

 

haben Sie schon einmal eine Kumquat gegessen oder geht es Ihnen so, wie vielen anderen, dass Sie sich fragen: „Kumquat? Wat is denn dat?ldquo; Wir betreiben gerne Aufklärung und möchten sowohl Ihr Interesse als auch Ihren Appetit auf diesen tollen Zitrusexoten lenken.

"Wer hat, der hat Kumquat!"

Die Kumquat, auch Zwergorange genannt, stammt ursprünglich aus Asien. Der immergrüne Strauch oder kleine Baum wächst langsam und wird 2,5 bis 4,5 Meter hoch. Seine dichtverzweigten Äste haben kleine Dornen. Die Blätter sind dunkel-grün glänzend, die Blüten weiß, so wie bei anderen Zitrus-Blüten. Je nach Größe kann der Kumquat-Baum mehrere hundert oder sogar mehrere tausend Früchte pro Jahr tragen. Die Früchte der Kumquat sind birnen- bis eiförmig und von höchstens 5 cm Länge, sie variieren in ihrer Farbe von dunkelorange bis goldgelb. 

 

Die Früchte sollten beim Kauf eine feste glänzende und glatte Schale haben, andernfalls sind sie im Inneren meist schon vertrocknet und nicht mehr frisch. Die besten Kumquats stammen, so wie unsere herrlichen Biofrüchte, aus Sizilien und Korsika. Wir starten unsere Kumquatsaison mit den Früchten von Angela Arcoria und werden später in der Saison mit der korsischen Ware fortfahren. Die beste Saison beginnt jetzt Mitte Januar und dauert bis Ende Februar. Bei kühler Lagerung sind die Kumquats übrigens bis zu vier Wochen haltbar. Außerdem eignen sie sich zum Einfrieren.

 

Der hohe Anteil ätherischer Öle in der Schale und der fruchtige, herbsüße Geschmack des Fruchtfleisches verbinden sich zu einem intensiven Aromaerlebnis. Ihr enormer Vitamingehalt (doppelt so hoch wie bei Orangen!) pusht jetzt im Winter auch unser Immunsystem. Kumquats sind ebenso reich an B-Vitaminen, Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen. Sie wirken entwässernd und adstringierend und sollen bei Husten und Verdauungsschwierigkeiten helfen. Unsere Bio-Kumquats sind nicht behandelt, man isst sie quasi mit Haut und Haar, also mit Schale und Kernen. 

 

Kumquats kann man sehr vielseitig verwenden. Geschmort zu Geflügel oder Wurzelgemüse, als Chutney zu Wild oder zu zahlreichen Desserts wie Panna Cotta, Grieß, Eis und in Kombination mit Schokolade. Sie schmecken in allen Gerichten, in denen auch Orangen verwendet werden. Als fruchtige Zutat machen sie sich ebenso gut in Salaten. Man kann sie zu Marmelade, Konfitüre oder Kompott einkochen, in Alkohol einlegen, trocknen, kandieren und in Scheiben geschnitten zum Dekorieren von Cocktails nehmen. Sie sehen, wir geraten tatsächlich ins Schwärmen…

 

Wenn Sie sie roh verzehren möchten, sollte man sie vorher mit warmem Wasser abspülen und anschließend zwischen den Fingern oder Handflächen rollen. So wird die Schale weicher und entfaltet ihr ganzes Aroma. Außerdem schmeckt die Frucht dann süßer und weniger bitter.

 

Greifen Sie zu und machen Sie sich selbst ein Geschmacksbild von diesen besonderen Früchtchen!

 

Mit saftigen Grüßen

 

Ihr Thomas Wolff

 

25.01.2018